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Lizius, T.: Isabella und der Zauberer

Kinderstar beim Fernsehen zu sein - das dürfte sehr vielen Mädchen ebenso gefallen wie der zehnjährigen Isabella, die in diesem gleichzeitig lustigen wie tiefgründigen Kinderroman die Hauptrolle spielt. Dass sie dies schlussendlich neben zwei sehr unterschiedlichen, witzig gezeichneten Stofftieren tut, klingt zunächst nach einem für eine Zehnjährige etwas zu kindlichen Gemüt. Jedoch steckt darin eine psychologisch sehr feinfühlig eingebaute Rückkehr zum Kindsein, das der von ihrer alleinerziehenden Mutter früh auf Erfolg, Leistung und Ruhm getrimmten Isabella schließlich wieder auf die Beine hilft, als sie plötzlich nicht mehr singen kann und sehr schnell die Härten des Showbusiness zu spüren bekommt. - In lebendiger Sprache geschrieben und mit einigen seitenfüllenden Zeichnungen ausgestattet, kann dieses Buch nicht nur als amüsante und spannende Unterhaltung gelesen werden, sondern auch als warmherzige und symbolträchtige Parabel über die Probleme des Erwachsen-Werdens und Kind-Bleibens. Sehr zu empfehlen!

Susanne Elsner

BUCHPROFILE, 52. Jahrgang, Heft 1, Februar 2007

 

Kritik: Die Abenteuer des Gottfried Primero

Man muss sie einfach lieben, den frechen Stoffraben Gottfried Primero, der zu faul und zu dick zum Fliegen ist, deswegen einen Turbodüsenmotor braucht und am liebsten Regenwürmer mit Sahne frisst, und seinen liebesbedürftigen Elchmechaniker Gustav, dem es wenig nützt, in der Elchgewerkschaft zu sein, und der viel zu wenig Zeit für seine Biograsstulle hat. Gemeinsam müssen sie einige amüsante und gefährliche Abenteuer überstehen, damit der zehnjährige Kinderstar Isabella wieder singen kann.

Das Besondere an diesem Kinderbuch ist, dass es konsequent aus dem Blickwinkel eines zehnjährigen Mädchens heraus erzählt ist, das seine Stimme verliert, weil es die Erwachsenen überfordern. Ein ehrgeiziger und höchst dubioser Fernsehzauberer, der an Figuren wie Dieter Bohlen in DSDS erinnert, verlangt von Isabella immer mehr künstlerische Höchstleistungen, während ihre Eltern sich getrennt haben.
Die Autoren scheuen nicht davor zurück, eine handfeste Kinderdepression zu erzählen, aber sie tun das mit denkbar viel Humor, und sie zeigen einen Ausweg: Isabella findet zu sich und ihrer Lebensfreude zurück, indem sie ihre Fantasie in ihre Stofftiere projiziert und damit ein Ventil für ihre Melancholie und ihre Ängste findet.

Wie sagt Gottfried in Reminiszenz an den großen Humphrey Bogart? „Kitzel mir die Füße, Kleines!“

Georg Handel, München

   
   
   
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