Warum ich Schriftstellerin geworden bin

Tina Lizius spricht über ihren Werdegang als Autorin.

Warum hast du mit dem Schreiben angefangen?

Angefangen hat alles in der Schule. Ich gehöre zu den Menschen, die Tagebuch schrieben. Erlebnisse – Gedanken – Geschichten – Ereignisse, alles was ich gesehen, gefühlt und erlebt habe, ist dort niedergeschrieben. Mittlerweile umfasst meine Sammlung 30 Bücher à 300 Seiten. Am Anfang habe ich nur für mich geschrieben. Denn das Leben schreibt die besten Geschichten und daher sind diese Tagebücher im Nachhinein ein sagenhafter Schatz, eine unversiegbare Quelle an Ideen, Gedanken und Geschichten. Später habe ich dann auch für Freunde und deren Familienfeste geschrieben. Aber nie hätte ich geglaubt, dass ich einmal eigene Bücher schreiben oder gar einen Verlag gründen würde!

Wie schreibst du? Was inspiriert dich?

Es gibt da keine klare Herangehensweise. Es kommt immer ganz darauf an, mit welchem Thema ich mich beschäftige. Manchmal reicht ein Erlebnis, eine Begegnung oder ein Ereignis und die zündende Idee ist da, aber manchmal denke ich auch tagelang, wochenlang über eine Geschichte nach, bis ich den ersten Entwurf schreibe. Das Leben, meine Tagebücher, das inspiriert mich.

Wie ist es bei deinen Büchern? Wie kommt die Geschichte zu dir?

Bei "Chris - Mein kleiner großer Prinz" ist es zum Beispiel in Teilen eine autobiografische Geschichte, denn den Ponyhengst Maxim und auch die anderen Figuren gab es wirklich. So haben die Figuren im Buch Ähnlichkeit mit Menschen, denen ich begegnet bin. Ich habe immer einen emotionalen Bezug zu meinen Figuren, bin ein Teil von ihnen, auch wenn sie frei erfunden sind. Ich glaube das ist wichtig, damit sie nicht hölzern wirken und keine leere Hülle bleiben. Bei "Lisa & Egon - Ein Nilpferd lernt tanzen" wollte ich gezielt Tanz mit Literatur verbinden, so dass die Eltern, Kinder, Erzieher die Tänze nachtanzen können, Musikbeispiele zur Verfügung haben. Damit das Buch für alle leicht lesbar ist, war mir eine Schrift wichtig, die für jeden Lesetyp geeignet ist. Da ich als Tanz- & Literaturpädagogin in meiner eigenen Schule, aber auch in staatlichen Schulen unterrichte, konnte ich das Buch in enger Zusammenarbeit mit meinen Schülern entwickeln, was für die Gestaltung des Buches eine große Bereicherung war, da die Kinder ganz nah an dem Buch dran waren und ihre Ideen und Gedanken mit einfließen konnten. Es ist schön nicht nur für sich, sondern auch für eine Zielgruppe zu schreiben.

Was ist beim Schreiben wichtig?

Mir widerstrebt es, wenn ein Autor mir allzu deutlich seine Meinung vermitteln möchte. Moralische oder belehrende, aber auch zu langatmige Stellen können anstrengend sein. Wenn möglich, würde ich das immer vermeiden. Der Leser sollte sich seine eigene Meinung bilden dürfen. In der Kürze liegt die Würze. Ansonsten sollte alles erlaubt sein, jeder Schreibstil. Nur langweilig darf es nicht sein.

Was gefällt dir besonders gut am Schreiben?

Das Schöne beim Schreiben ist die Reflektion der Gedanken und die Auseinandersetzung mit dem Text. Nicht immer eine Liebesbeziehung. Es kann gut sein, dass eine ganze Tagesarbeit am Ende im Papierkorb landet, weil sie nicht das widerspiegelt, was sie sollte. Ich bin ein großer Fan davon, das passende Wort zu finden. Schreiben ist und bleibt immer eine große Herausforderung. Ein nie enden wollender Prozess.

Das Schöne beim Schreiben ist die Reflektion der Gedanken und die Auseinandersetzung mit dem Text. Nicht immer eine Liebesbeziehung. Es kann gut sein, dass eine ganze Tagesarbeit am Ende im Papierkorb landet, weil sie nicht das wiederspiegelt, was sie sollte. Ich bin ein großer Fan davon, das passende Wort zu finden. Schreiben ist und bleibt immer eine große Herausforderung. Ein nie enden wollender Prozess.

Hast du Vorbilder?

Es gibt große Schriftsteller, die es schaffen, tief in das Innere einer Geschichte zu dringen, in die Abgründe ihrer Figuren. Hans Fallada schafft das zum Beispiel. Es kommt natürlich auch immer darauf an, welches Thema zugrunde liegt und ob die Tiefe auch gewünscht ist. Auch der Wortwitz, die Ausdrucksweise können unverwechselbar sein. T.C. Boyle fällt mir da spontan ein. Aber es gibt viele herausragende Schriftsteller, die ich jetzt nicht alle nennen kann. Besonders gelungen finde ich, wenn ein Schriftsteller in einem Satz auszudrücken vermag, wofür ein anderer vielleicht eine halbe Seite braucht. Schriftseller können Vorbilder sein, aber letzten Endes muss jeder seinen Weg beim Schreiben selbst finden.

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