Wie der Nilpferdjunge Egon tanzen gelernt hat?

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Tanzpädagogin weiß ich, dass es immer noch Vorbehalte und Vorurteile gibt. Darüber, wer Ballett tanzen darf und wer nicht. Denn wer nicht schlank ist, oder die rechte Begabung seines Erachtens mitbringt, traut sich erst gar nicht. Jungs verirren sich nur selten in den Ballettunterricht, und wenn, haben sie es schwer Verständnis für ihr Hobby zu finden. Denn Ballett ist immer noch Mädchenkram! Aber warum eigentlich?

Durch einen Talisman - ein kleines Stofftiernilpferd mit viel zu kurzen Beinen und einem zu langen Rumpf, den meine Freunde sinnigerweise Egon getauft hatten - bin ich auf die Idee gekommen. So kam es, dass ich mich in meinem Vor- und Erstlesebuch "Lisa & Egon - Ein Nilpferd lernt tanzen" nicht für eine Gazelle oder einen Flamingo entschieden habe, sondern für ein Nilpferd. Und dazu noch für einen Jungen! Das war die Geburtsstunde des kleinen Egons.

Auch wenn es sich bei dem Buch um eine Fantasiegeschichte handelt, wollte ich meine Erfahrungen und die Erfahrungen meiner Schüler und Schülerinnen in die Geschichte mit einfließen lassen. Von daher ergeht es dem kleinen Egon zunächst genauso wie den Jungs, die gerne tanzen wollen und den Mädchen, die vielleicht nicht die Idealfigur haben, aber trotzdem gerne tanzen möchten. Egon lebt mit seinen Eltern und Geschwistern im Zoo. Er hat weder die Idealfigur noch die richtigen Ballettfüße, im Gegensatz zu den Ballettmädchen, die auf der Wiese gegenüber seines Geheges bei einer Geburtstagsfeier eine Ballettaufführung veranstalten. Voller Begeisterung beschließt er auch Balletttanzen zu lernen. Doch keiner in seiner Nilpferdfamilie nimmt ihn ernst. Als Nilpferdjunge muss man um sein Futter kämpfen und groß und stark werden. Keiner versteht ihn. Doch da lernt er Lisa das Ballettmädchen kennen, die ihren Geburtstag im Zoo feiert und die kleine Ballettaufführung veranstaltet hat. Sie macht Egon Mut und bestärkt ihn, tanzen zu lernen.

So ist das Buch auch eine Geschichte über die Freundschaft. Und darüber, dass man niemals aufgeben darf. Lebe deinen Traum! Auch Nilpferde können tanzen, wenn sie das wirklich wollen.

Das Kinderbuch lebt auch von den farbigen Illustrationen im Buch, die Heike Georgie liebevoll gemalt, gezeichnet und anschließend per Scanner in die Geschichte gebracht hat. Dadurch bekommt die Geschichte ein Gesicht und macht den kleinen Egon, der die Kinder zum Lachen bringt und ihre Fantasie anregt, umso liebenswerter.

Mir ist es wichtig, nicht über Kinder, sondern für Kinder zu schreiben. Von daher lese ich meinen Schülern die Geschichte vor, frage sie nach ihrer Meinung und probiere die Tänze mit Ihnen aus, sowohl in meinem privaten als auch in meinem schulischen Unterricht. Kein Buch entsteht ohne meine Schüler. Denn seit vielen Jahren unterrichte ich im Rahmen der kulturellen Bildung auch kreatives Schreiben in Verbindung mit Tanz an Grund- und weiterführenden Schulen. Ein Konzept, dass ich seit vielen Jahren erfolgreich umsetze.

Durch meine schulische Arbeit war es mir wichtig, dass die Schrift für jeden Lesetyp geeignet ist und die Literatur über die Bewegung erfahrbar wird. Von daher ist das Buch nicht nur für Eltern und ihre Kinder geeignet, sondern bietet auch Lehrern, Erziehern und Tanzpädagogen eine Alternative zum herkömmlichen Lesen. Denn das Buch beinhaltet Tanzanleitungen, die mit Musikvorschlägen zum Nachmachen einladen. Die Tänze und Übungen sind schnell nachvollziehbar, sollen Freude an der Bewegung vermitteln und das Textverständnis über die Bewegung fördern. Dabei darf die Fantasie im Erfinden eigener Tanzbewegungen grenzenlos sein. Frei nach dem Motto: Raus aus den Schuhen und rein ins literarische Tanzvergnügen!

Ich bin Kinder- und Jugendbuchautorin, Tanz- & Literaturpädagogin und Choreografin. Ich schreibe Kinderbücher, in denen ich die Erlebnisse und Erfahrungen meines langjährigen Unterrichts mit Kindern und Jugendlichen einfließen lasse. Ein wichtiger Baustein meiner Arbeit ist "Das ganzheitliche Lernen". Meines Erachtens spielt es beim Lernen eine erhebliche Rolle. Mein Ansatz beim Schreiben ist Literatur durch Bewegung erfahrbar zu machen. Von daher habe ich im Bereich der kulturellen Bildung im Jahr 2007 die Initiative Leseinsel ins Leben gerufen, und den Verein SprachBewegung.e.V. mitinitiiert. Meine Bücher erscheinen im Primero Verlag, einem Autorenverlag, den ich 2006 mitgegründet habe und der seinen Sitz in München hat. Wir sind ein sozial engagierter Verlag, der innovativ und kritisch arbeitet und sich mit aktuellen Themen befasst.

Für alle die eine Leseprobe hören möchten, hier der Link dazu. Leseprobe:


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