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Hitler – Prophet der Finsternis

Ein dialogischer Roman von Christoph Fromm

Was wäre, wenn Adolf Hitler nach dem Krieg plötzlich vor Gericht gestanden hätte – nicht als Mythos, sondern als greifbarer Mensch aus Fleisch und Blut?

In seinem neuen Roman Hitler – Prophet der Finsternis stellt Christoph Fromm genau diese Frage. Nicht, um Legenden zu nähren – sondern, um sie zu entlarven.

Der Nürnberger Prozess läuft bereits, da taucht ein Mann auf und behauptet, Adolf Hitler zu sein. Die medizinischen Gutachten können ihn nicht widerlegen, also entscheidet sich der internationale Gerichtshof, Anklage zu erheben. Sie beinhaltet alle völkerrechtlichen Kapitalverbrechen.

 

Der Angeklagte: Ein Mann, der sich für ein Werkzeug der Vorsehung hält, für eine historische Notwendigkeit. Vielleicht ist er ein Doppelgänger? Vielleicht nicht. Doch was zählt mehr: die Identität des Mannes – oder die Ideen, die er verkörpert?

"Hitler – Prophet der Finsternis ist kein Unterhaltungsroman, sondern ein literarischer Beitrag zur Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, die bis heute nachwirkt.

E-Book 9.99€
Print 22.00€

332 Seiten

Hardcover
ISBN 978-3-9827505-4-5

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Leseprobe

Einfach mal reinlesen? Das könnt ihr mit einem Klick machen.

Rezensionen

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ von Claudia

Eine einzigartige Perspektive auf die damalige Zeit

 

Es gibt zahlreiche Literatur über Hitler, Sachbücher und Romane, aber der Stil dieses Romans macht ihn einzigartig. Es geht um die Frage, was passiert wäre, wenn Hitler bei den Nürnberger Prozessen anwesend gewesen wäre, was er gesagt und getan hätte, welche Rätsel gelöst worden wären.

 

Das Buch ist und bleibt Fiktion, was der Autor zu Beginn deutlich macht. Und trotzdem erlaubt er durch seine intensive Recherche neue und andere Einblicke in die Zeit und die Ideologie des Nationalsozialismus. Gerade jetzt mit dem Erstarken von Autokratien auf der ganzen Welt halte ich das Thema für entscheidend. Man erkennt teilweise Parallelen zwischen der damaligen und der heutigen Zeit, die erschreckend, aber auch lehrreich sind.

Kurz gesagt: ein großartiges Werk!

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⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ von Clemens

Dieses Buch ist aktueller als es den Anschein hat. Sehr gut recherchiert, sehr lebendig und sehr bedrückend.

 

Fiktiver Dialog mit dem Propheten der Finsternis

 

In seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter vor dem Gericht des Nürnberger Prozesses erschienen.

Aus dieser These entwickelt sich ein permanenter Dialog zwischen Adolf Hitler, seinem Verteidiger Hellmut von Darda, den vier Chefanklägern der vier Siegermächte (Großbritannien, Frankreich, der USA und Russland) und dem vorsitzenden Richter.

Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Ist der vor Gericht erschienene Mann wirklich Adolf Hitler oder ein perfekt instruierter Doppelgänger? Sowohl die ebenfalls angeklagten deutschen Kriegsverbrecher als auch die anwesenden Gesetzesvertreter können diese Frage nicht eindeutig beantworten. Allerdings ist diese Frage auch nicht so entscheidend, geht es doch vielmehr darum den Menschen Adolf Hitler in dieser Fiktion näher zu durchleuchten, ihn als den manipulativen, perfekt selbstinszenierten und nie eindeutig einzuordnenden Mann darzustellen, der bis heute eines der finstersten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben hat.

Durch den sehr lebendigen Schreibstil, der ausgezeichneten Recherche und den andauernden Dialog zwischen Hitler und den Vertretern des Gesetztes sind wir als Leser/innen durchweg und permanent Teil des Geschehens und haben das Gefühl, an der Vernehmung Hitlers direkt teilzunehmen. Christoph Fromm konfrontiert uns dabei mit Hitlers Art und Weise der Selbstinszenierung, der Kunst der verdeckten Lüge, der höchsten Form der Manipulation aber auch seiner Selbstüberschätzung: "Ich habe Kant, Bach, Beethoven, Schiller und Goethe ausgelöscht." Dieses ist Hitler, Gott sei Dank, nicht gelungen. Jedoch hat er es erschreckenderweise geschafft, das er neben diesen bedeutenden Menschen nun in den Geschichtsbüchern unseres Staates erscheint.

Bei der aufmerksamen Lektüre dieses Romans müssen wir immer wieder feststellen, dass das Buch - ob gewollt oder nicht - sehr aktuelle Bezüge aufweist.

Allen Leser/innen, die sich für das finstere Kapitel der deutschen Geschichte und seiner Hauptperson immer schon interessiert haben, und dieses lebendig erzählt und nicht als nüchternes Sachbuch dargestellt bekommen möchten, kann ich diesen Roman sehr empfehlen.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ von Hubertus Feldmann

Bietet reichlich Stoff für das eigene Gedankenkarussell

 

„Dies ist ein Roman“, darauf macht der Autor gleich in der Überschrift zu seinem Vorwort aufmerksam – und „kein Sachbuch“. Diese Information ist absolut notwendig, denn was hier angeboten, diesem AH in den Mund gelegt wird, geht oft an die intellektuelle Schmerzgrenze, zum Teil darüber hinaus. Zumal die historischen Personen, die in diesem Roman direkt oder indirekt zu Wort kommen, eine Einordnung in „ist das nun real oder fiktiv?“, nicht gerade vereinfachen. Die jeweiligen Psychogramme sind großenteils stimmig, die im Hintergrund aufscheinenden Gräueltaten ebenfalls.

Man könnte sich also fragen, warum sich dann noch einmal mit dieser Thematik auseinandersetzen sollte. Wurde dieses Thema nicht schon bis zur geistigen Erschöpfung rauf und runter dekliniert, gibt es überhaupt noch etwas, was an dieser Gestalt noch unklar geblieben ist? Alles berechtige Fragen, die allerdings bereits beim Hineinlesen schlüssig beantwortet werden, zumindest zum Weiterlesen animieren: „Denn das gefährlichster an AH [Abkürzung des Rezensenten] war seine Fähigkeit, Menschen zu manipulieren.“ Er „verstand sich als ‚Werkzeug der Vorsehung‘ – ein Selbstbild, das nicht nur politisch, sondern auch spirituell aufgeladen war.“

 

„Der Nationalsozialismus war mehr als eine Ideologie. Er war eine Religion, die hinter dem Deckmantel der Weltherrschaft Herrenmenschentum, Hass und Untergang gepredigt hat – und AH war ihr Prophet.“

Diese ausführlichen Zitate machen deutlich, wohin die Reise in diesem Buch gehen könnte. Aber zuvor ein kleiner Einschub. Der Verfasser dieser Rezension erlaubt sich die Freiheit, in der Nachbetrachtung eines in seiner Argumentationsschärfe brillanten Buches, dessen Hauptperson lediglich mit seinen Initialen auftreten zu lassen: AH. Er sorgt damit für sich selbst, um die notwendige Distanz gegenüber den fiktiven, aber dennoch stimmigen Aussagen zu behalten – und nicht von den Scharaden dieses „Menschen“ überrollt zu werden, die in diesem Buch ihre breite Wirkmächtigkeit entfalten. Es ist also kein leicht(fertig) zu lesendes Buch, das soll bereits an dieser Stelle festgehalten werden.

Gleichzeitig ist es die Möglichkeit, die hier angebotene Variante von AH in die Verhandlungen der sogenannten Nürnberger Prozesse einzubeziehen, der historischen Gestalt AH und deren Gedankengebäude, in einem anderen Kontext zu sehen, sie so greifbarer, vielleicht sogar verstehbarer zu machen. Dabei ist ein raffiniertes Wechselspiel entstanden, bei dem sich Richter, Ankläger, Verteidiger und Angeklagter nichts schenken. Man blickt in teils widerliche Abgründe und braucht hin und wieder den Mut zum Weiterlesen. Dennoch wird gerade durch diese zugespitzten Dialoge (oft in Monologe des AH übergehend) die gesamte Bandbreite dieser Ideologie (siehe oben), dieses Wahns sichtbar.

 

Es ist nur, wie eingangs erwähnt, ein Roman, aber einer, der es schafft, eine gewaltige Bandbreite von Emotionen zu wecken, eben weil die historische Basis detailreich einbezogen wird.

 

Zunächst bleibt unklar, ob die hier auftretende Person AH real ist, die angenommene Verbrennung also überlebt hat, oder ob es sich doch nur um einen Doppelgänger handelt, der gut „ausgebildet“ hier das Gericht zu provozieren weiß. Die Frage, ob man dieser Person erneut eine Plattform bieten sollte, um seine perfiden Gedanken ausbreiten zu können, wird hinsichtlich der sich durchaus bietenden Chance, nämlich die Selbstentzauberung des AH, schließlich bejaht.

 

Was sich in der Folge dann abspielt, ist „großes Kino“, um es einmal so salopp zu formulieren. Hier geht es nicht um Effekthascherei im Sinne eines spannenden Thrillers (spannend bleibt es dennoch …), sondern um einen tiefenpsychologischen Zugang zu dem „kleinen“ Menschen AH, dem Gefreiten des 1. Weltkriegs, dem Männerheimbewohner und gescheiterten Maler, der sich (zunächst) in seinen Gedanken zum Größen-Selbst aufschwingt, und sich schließlich zu einer Art religiösen Wahn (Sendungsbewusstsein, Auserwähltsein und schließlich GRÖFAZ = größter Führer aller Zeiten) auswächst. Und dennoch hier mit entscheidenden Fragen zu räsonieren weiß: „‘Glauben Sie wirklich, ich hätte das alles allein bewerkstelligen können? Ich bin nur ein zu kurz geratener Mann mit einem Schnurrbart. Glauben Sie, Chaplin ist für den Erfolg seiner Filme verantwortlich? Auch er hat sich nur zum Brennpunkt allgemeiner Sehnsüchte gemacht, das ist alles.“

 

Und an anderer Stelle: „Ohne Lederhosen und Trachtenjacke wäre ich nie zur Macht gekommen.“

An dieser Stelle kann nicht die gesamte Dramaturgie dieses Buches dargestellt werden, auch nicht das besondere Verhältnis des fiktiven Verteidigers von AH, Hellmut von Darda, dem in diesem Buch eine persönliche Nähe zu AH (Retter von AH im 1. Weltkrieg, später persönlicher Assistent) assistiert wird, und dem zudem die Rolle des verhinderten Attentäters zukommt. Neben dem Richter und den vier Haupanklägern ist es diejenige Person, die AH durch seine Fragen in die Abgründe seiner „Seele“ blicken lässt.

Immer wieder werden auch Anklänge an die Jetztzeit deutlich, in der offensichtlich die Saat dieser Zeit immer noch fruchtbar ist: „‘Ihr Geist wird wiederkehren im deutschen Volk, […].‘“

 

Und auch individuell zu beantwortende Fragen senden verstörenden Signale: „‘Existiert die Lust an Selbstzerstörung, am Untergang nicht nur AH, sondern in jedem Menschen?‘“ Insofern braucht es eine gehörige Portion Wissen und Reflexionsvermögen, um die Perfidie des nationalen „Größen-Wir“ zu durchschauen, um in ruhigerem Fahrwasser die ohnehin bestehenden Probleme (Stichworte: Klimakrise, Rückgang der Biodiversität) lösen zu können.

 

Dieses Buch kann – unabhängig von seinem Unterhaltungswert – dazu beitragen, die Parolen schwingenden Verführer unserer Zeit zu entlarven, und die notwendigen Auseinandersetzungen zu versachlichen.

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Interview

Christoph Fromm spricht über die Hintergründe seines Romans, den Ursprung des Materials als Theaterstück und warum diese Themen auch heute noch so relevant sind.

Teile 1-3 des Interviews sind auf YouTube verfügbar.

Stimmen aus der Geschichte

Die meisten sehen ihren Ruin vor Augen, aber sie gehen hinein.

– Leopold von Ranke, deutscher Historiker, gest. 1886.

Muss man nicht in dem Phänomen eine Erscheinungsform des Künstlertums wiedererkennen? Es ist, auf eine gewisse beschämende  Weise alles da: die Schwierigkeit, Faulheit, die klägliche Undefinierbarkeit…das im Grunde hochmütige, sich für zu gut haltende Abweisen jeder vernünftigen und ehrenwerten Tätigkeit…es ist eine reichlich peinliche Verwandtschaft. Ich will trotzdem nicht die Augen davor verschließen.

– Thomas Mann, 1938 über Hitler

Weder im Krieg noch in der Revolution hatte mich schon beim Eintreten ein solcher Gluthauch hypnotischer Massenerregung angeweht. Hitler ging ganz nah an mir vorbei und ich sah: das war ein anderer Mensch als der, dem ich da und dort in Privathäusern begegnet war.

– Augenzeuge einer Hitlerrede im Löwenbräukeller Anfang der Zwanziger Jahre

Kein anderer hat so viel Jubel, Hysterie und Heilserwartung erweckt wie Hitler. Kein anderer hat eine solche Spur von Trümmern hinterlassen.

– Joachim C. Fest

Die Geschichte liebt es bisweilen, sich in einem Menschen zu verdichten, dem daraufhin die Welt gehorcht. Zeit und Menschen treten in einen große, geheimnisvolle Verrechnung.

– Jacob Burckhardt

Augenblicklich waren meine kritischen Fähigkeiten ausgeschaltet…ich vergaß alles über diesem Mann…als ich mich umschaute, sah ich, dass seine Suggestivkraft Tausende in Bann hielt wie einen Einzigen….ich hatte ein Erlebnis, das sich nur mit einer religiösen Bekehrung vergleichen ließ.

– Kurt Luedecke, Kaufmann, zunächst Gefolgsmann Hitlers, später KZ Insasse

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