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Til Schweiger - wiedermal nur die Ausnahme?


Es ist eigentlich unfassbar, mit welch abgelutschten Nachrichten der „Spiegel“ mittlerweile sein Geschäft betreibt. In der Branche weiß nun wirklich jeder seit Jahrzehnten, wie Til Schweiger seine Crew behandelt, und wie er, meistens stark alkoholisiert, mit Schauspielkolleginnen bei Dreharbeiten umgeht.


Natürlich weiß das auch jede Produktionsfirma und jede Fernsehredaktion in diesem Land – und ebenso selbstverständlich arbeitet man weiter mit Schweiger, denn er bringt Quote, bringt Kohle in die Kasse, und nur darum geht es.


Ich erinnere mich noch sehr genau an das Ahnungslosigkeitsgeheul im Fall Dieter Wedel, in den Neunzigern der Starregisseur des ZDFs – auch hier wusste die gesamte Branche seit Jahrzehnten Bescheid. Dasselbe gilt für den Ex-WDR-Fernsehspielchef Henke, und es würde noch für ganz viele andere Damen und Herren gelten, wenn endlich jemand den Mut hätte, sie zur Rechenschaft zu ziehen.


Wichtig an diesem Artikel ist nur eines: Dass sich die Beschäftigten am Filmset, die Kreativen, diejenigen, die eigentlich den Film machen, wieder einmal nicht trauen, unter ihrem Namen auszusagen, weil man sie natürlich ganz leicht mit Beschäftigungslosigkeit abstrafen kann und wird. Das ist der eigentliche Skandal! Ich erinnere mich noch sehr genau an die Zuschriften, als ich 2020 meine Satire über den deutschen Fernsehbetrieb, „Das Albtraumschiff“ veröffentlichte. Ängstliche Mails mit der Bitte, keinesfalls den Namen zu nennen, Vorgänge sogar zu verschweigen, da man ansonsten gravierende Nachteile befürchten müsse.

Beliebtester Satz: „Ich habe Familie …“


Dass dieses Klima der Angst und Hysterie in einer Demokratie möglich ist, dass an der Erzeugung dieser Ängste nicht nur Produktionsfirmen, sondern vor allem öffentlich-rechtliche Sender beteiligt sind, ist ein absoluter Skandal!


Nur, wie Abhilfe schaffen? Der Tatbestand wird entweder kalt lächelnd geleugnet oder es werden irgendwelche sinnlosen Gremien eingesetzt.


Nein, die Kreativen in diesem Land müssen sich selbst helfen, sonst hilft ihnen keiner!

Die amerikanische Drehbuchgewerkschaft streikt gerade wieder – wann wird es endlich eine solche Drehbuchgewerkschaft in Deutschland geben? Und wann werden die Kreativen endlich anfangen, independent zu produzieren? Sich von Geldgebern, die nicht nur ihre Stoffe zerstören, sondern auch sie als Persönlichkeiten, unabhängig machen?


Es müsste doch endlich mal allen auffallen, dass hier nicht nur Leben zerstört werden, sondern dass auch die Ergebnisse zum allergrößten Teil dilettantisch und ästhetisch wertlos sind. Von der Qualität internationaler Top-Serien und Filme ist der deutsche Betrieb Lichtjahre entfernt. Und dafür lasst ihr euch erniedrigen und zerstören?


Zeigt endlich Mut und wehrt euch gemeinsam!

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