Ukrainekonflikt – die traurige Rolle der Medien


Die Tragödie der Ukraine geht weiter, und natürlich bewegen uns alle die Bilder der flüchtenden Zivilbevölkerung, der wehrlosen Frauen und Kinder.


Das kann und darf aber kein Grund für das unverantwortliche Eskalationsgeschwätz in weiten Teilen der deutschen Medien sein. Es gibt hier auch längst keinen Unterschied mehr zwischen privatwirtschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Medien, das dumme Gerede über eine Flugverbotszone oder die Lieferung schwerer Waffen wie Flugzeuge und Panzer nimmt kein Ende. In einigen Talkshows wird allen Ernstes die Möglichkeit eines Killerkommandos gegen Putin diskutiert.


Man sollte all diese Journalist*innen mit Augenklammern vor eine Dokumentation von Hiroshima und Nagasaki setzen.

Wem ist geholfen, wenn wir in eine atomare Auseinandersetzung geraten? Niemand, auch nicht der Ukraine, auch nicht den Flüchtlingen, auch nicht den Kindern.

Es ist klar, es gibt für Putin eine rote Linie, das ist die NATO. Sollte Russland einen NATO- Staat angreifen, befinden wir uns im Krieg. Wir müssen alles, wirklich alles dafür tun, damit es nicht soweit kommt.


Denn eines sollte uns ganz klar sein: Die vielbeschworene Einheit der NATO wird es dann nicht geben. Weder Biden noch sonst ein Präsident würde es in den USA politisch lange durchhalten, einen Weltkrieg wegen der Ukraine zu führen. Die Amerikaner sind zurecht kriegsmüde, sie haben nicht die geringste Lust, wegen Europa einen Atomkrieg zu riskieren. Ich fürchte, Europa stünde im Ernstfall relativ alleine da, und falls wir nach den ersten Atomschlägen überhaupt noch Gelegenheit hätten, müssten wir bedingungslos kapitulieren.

Das Elend und die Verheerungen auf Jahrzehnte hinaus wären ungeheuerlich, wem die Fantasie fehlt, der sollte sich nochmal Bilder von Hiroshima ansehen.


Was besonders nachdenklich stimmt ist, dass in der medialen Debatte die Militärs mit Abstand die Vernünftigsten sind. Sie wissen offensichtlich, über was andere hier leichtfertig palavern. Die deutsche Journaille hingegen zeichnet sich vor allem durch kriegstreiberischen Dilettantismus aus. Man ist nichtmal in der Lage, die primitivsten logischen Schlussfolgerungen zu ziehen, stattdessen unerträgliches Emotionsgesülze. („Können Sie beschreiben, wie es nach dieser Flucht in Ihnen aussieht?“ Dabei möglichst nah und schonungslos auf alle Tränen, am besten die von Kindern).


Krieg ist furchtbar, wir sollten dieser Tatsache mit Ernst und Würde begegnen, nicht in der verkitschten Art unserer Vorabendserien.

Ein interessanter, nicht sehr ermutigender Gedanke ist, dass Putin gezielt die Flüchtlingsströme nach Europa treibt um unsere Demokratien zu destablisieren. Das könnte ihm gelingen, vor allem wenn Hysterie zunehmend rationales Denken ersetzt. Wir wissen seit 2015 wie schnell überschwängliche Begeisterung und Hilfsbereitschaft in Angst und Ablehnung umschlagen kann, vor allem wenn sich die Strom- und Gasnachzahlungen mal eben kurz verdoppeln.


Da passt es prima ins Bild, wenn uns jetzt leichtfertig versprochen wird, den nächsten Winter ohne russisches Öl und Gas zu überstehen. Ausgerechnet Frau von der Leyen garantiert uns das und fordert schon mal zynisch zum Energiesparen auf. Ich habe nicht vergessen, wie großartig sie die Beschaffung neuer Gewehre für die Bundeswehr organisiert hat. Mit so einer Politik werden wir sehr bald in noch viel tiefere Abgründe blicken.

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