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Grönland – man lässt endgültig die Masken fallen


Wer jemals an eine wertebasierte Grundordnung auf dieser Welt geglaubt hat, muss spätestens jetzt erkennen, dass er sich fundamental getäuscht hat. Beim Kampf um die letzten Ressourcen lassen alle Großmächte endgültig ihre Masken fallen. Es zählt nur noch, was Profit bringt und das militärische Recht des Stärkeren steht über allem.


Höchstwahrscheinlich wurde bereits in Alaska ausgehandelt, dass Trump im Falle von Südamerika und Grönland freie Hand bekommt, wenn er im Gegenzug Putin in der Ukraine Zugeständnisse macht. Dänemark und Resteuropa stehen dem allen hilflos gegenüber, da sie nicht über die militärische Stärke verfügen, sich einer Okkupation Grönlands – wie immer die auch aussehen wird - wirksam entgegenzustellen. Grönland ist strategisch für die USA ähnlich wichtig wie die Krim für Russland. Von Grönland aus kann man die sich öffnenden Durchfahrtsstraßen von Asien nach Europa kontrollieren, ebenso die Wege der in Murmansk liegenden russischen Flotte. Und natürlich kann man dort Mittelstreckenraketen aufstellen, die wichtige Häfen der Russen bedrohen.


Das alles spielt beim Poker um die Rohstoffe in der Antarktis eine entscheidende Rolle. Man sieht einmal mehr, das Völkerrecht kann nur dann durchgesetzt werden, wenn der militärisch Stärkere es durchsetzen will. Das war übrigens noch nie anders. Nicht umsonst akzeptieren weder die USA noch Russland noch China den Internationalen Gerichtshof. Dort müsste theoretisch nicht nur Putin, sondern auch Bush Jr., Trump und Chi Jin Ping angeklagt werden. Das alles wird niemals passieren. Europa muss sich schleunigst überlegen, welche Rolle es in einer Welt spielen will, in der sich die Machtblöcke rasant verschieben und unverhüllte machiavellistische Machtpolitik wieder salonfähig ist.


Entweder es gelingt, eine effektive und vernünftige militärische Stärke zu organisieren, bei der finanzielle Ressourcen nicht, so wie jetzt, sinnlos verschwendet werden, oder man fährt eine defensive Strategie und begnügt sich damit, als Mittelmacht in Zukunft eine sehr viel bescheidenere Rolle zu spielen. Dieser Weg ist mit massivem Wohlstandsverlust verbunden, ist aber möglicherweise sicherer. Es stünde einer Demokratie gut zu Gesicht, darüber in einem

Volksentscheid abzustimmen.


Der Weg, der momentan eingeschlagen wird, chaotische Aufrüstung, ruinöse Schuldenmacherei und die nibelungenhafte Treue zu einer schwer angeschlagenen, hoch korrupten Ukraine, wird mit Sicherheit nicht zum Erfolg führen.

 

Die USA können es sich auf Grund ihrer militärischen Stärke leisten, das Völkerrecht zu brechen – sie haben das übrigens auch in Serbien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Vietnam getan, um nur einige Beispiele zu nennen – Europa kann es sich auf Grund seiner militärischen Schwäche nicht leisten, das Völkerrecht mit Gewalt gegen Russland durchzusetzen. Realpolitik bedeutet, sich mit der Realität abzufinden – das sollte man endlich auch in Deutschland begreifen.     

 


 
 
 

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