Kanzler Merz 2026 – Kaiser Wilhelm II 1914
- Christoph Fromm

- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Nein, Merz ist denkbar weit davon entfernt, ein neuer deutscher Kaiser zu werden, und auch seine Beliebtheitswerte rangieren weit unter denen Wilhelm II bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die Stimmung in der deutschen Bevölkerung ist glücklicherweise auch eine andere – eine Mehrheit zeigt denkbar wenig Lust, sich auf das Abenteuer eine großen Krieges mit Russland einzulassen.
Und doch wird in einem Teil der deutschen Medien ständig nicht nur die Angst vor Russland geschürt, es wird auch als zwingend notwendig dargestellt, dass wir die Ukraine nicht nur wirtschaftlich mit Milliardenbeträgen weiter unterstützen, sondern zunehmend auch Waffenkooperationen mit ihr eingehen. Das macht uns nicht nur in den Augen der Russen, sondern auch der vieler neutraler Beobachter, immer mehr zu einem direkten Kriegsgegner von Russland.
Der fatalste Satz lautet: „Die Ukraine verteidigt die Freiheit Deutschlands.“ Dieser Satz ist grundfalsch. Die Ukraine kämpft um ihr Überleben als souveräner Staat – dazu hat sie auch alles Recht. Es ist aber hoch gefährlich, wenn man diesen Überlebenskampf mit der Freiheit Deutschlands verknüpft und daraus die Notwendigkeit ableitet, Deutschland müsse die Ukraine auf Gedeih und Verderb unterstützen – notfalls auch mit einem gemeinsamen Waffengang. Das erinnert tatsächlich an das Deutschland Kaiser Wilhelms II, das sich in einer Mischung aus Großmannssucht und Dummheit in „Nibelungentreue“ an Österreich-Ungarn gekettet hat – obwohl man hätte wissen müssen, dass das in einen Krieg führen muss, den die Franzosen als willkommene Revanche für den verlorenen 70iger Krieg sahen und der den Engländern willkommen war, weil man Deutschland als aufstrebenden Wirtschaftskonkurrenten mit Großmachtambitionen klein halten wollte. Und hinter all dem haben bereits damals die USA sehr geschickt agiert – sind erst in den Krieg eingetreten, als klar war, wer ihn gewinnen würde und haben damit den Grundstein für ihren Aufstieg zur Großmacht gelegt.
Auch diesmal haben die USA hinter den Kulissen sehr geschickt agiert- man sollte sich von Trumps Sprüchen nicht ablenken lassen. Zuerst wurden die Russen durch die Osterweiterung der NATO provoziert, anschließend wurde die Ukraine vor allem nachrichtentechnisch aufgerüstet und mit dem Versprechen, sie nicht im Stich zu lassen, in diesen Konflikt entlassen. Und nachdem man Europa, speziell Deutschland in Ramstein kirre gemacht und auf den Verzicht auf russische Energieversorgung und massive Unterstützung für die Ukraine eingeschworen hatte, hat man sich ganz plötzlich Putin wieder angenähert und sich aus dem Konflikt verabschiedet. Übrigens haben die USA während der gesamten Zeit ihren Uranbedarf aus Russland gedeckt. Gekonnter, das muss man leider sagen, kann man einen Wirtschaftskonkurrenten (Deutschland) nicht zugrunde richten.
Das setzt allerdings voraus, dass auf der Gegenseite Politiker Verantwortung tragen, die die Lage nicht durchschauen oder denen die Interessen ihres eigenen Landes weniger wichtig als die von internationalen Waffeninvestoren sind. Aber glaubt die Regierung Merz ernsthaft, mit der Umrüstung der Autoproduktion auf Waffen das Land aus der wirtschaftlichen Krise zu führen? Diese Waffen werden kein Verkaufsschlager sein, sie werden alleine vom deutschen Steuerzahler finanziert! Oder steht es bereits so schlecht um unser Land, dass man einen Krieg braucht, um vom eigenen Versagen und den daraus resultierenden ungeheuren Problemen abzulenken?
Der Ex-General Vad hat es kürzlich auf den Punkt gebracht: Die Rüstungskooperationen mit der Ukraine haben bereits jetzt dafür gesorgt, dass deutsche Waffenkonzerne, zum Beispiel in München, auf der Zielliste des russischen Militärs stehen. Und anstatt endlich das diplomatische Gespräch mit Russland zu suchen, treibt es die Regierung Merz/Pistorius immer weiter auf die Spitze. Das ist völlig unverantwortlich und man fragt sich, warum nicht Millionen von Menschen auf der Straße stehen und dagegen protestieren.




Kommentare