Grönland - nochmal gut gegangen?
- Christoph Fromm

- 23. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Natürlich darf man erstmal aufatmen, dass die bedauernswerten Grönländer nicht einer amerikanischen Militärinvasion unterzogen wurden, aber für Entwarnung besteht leider kein Anlass.
Trump ist ein gnadenloser Dealmaker, der beim Poker um die Macht verbal alles auspackt, um zu schockieren, zu destabilisieren, Zwietracht zu säen. Er zuckt jetzt zurück, weil es machtpolitisch opportun ist, aber er wird erneut angreifen. Er wird Europa mit der Situation in der Ukraine erpressen, und da könnte ihm Europa erst dann wirksam widersprechen, nachdem es wenigstens zu einem Waffenstillstand gekommen ist. Aber ist Trump daran überhaupt interessiert?
Das Erpressungspotenzial Ukraine funktioniert wunderbar, solange Krieg herrscht. Würden die Amerikaner dort ihre Aufklärung abziehen, wäre der Krieg für die Ukraine in wenigen Tagen verloren und Europa könnte daran rein gar nichts ändern. Also wird Trump Dänemark – und möglicherweise den Grönländern gleichzeitig – weiterhin finanzielle Angebote machen und der EU mit Hinblick auf die Ukraine „dringend raten“, entsprechend auf Dänemark einzuwirken. Was am Ende dabei herauskommt, wird man sehen.
Europa könnte sich aus dieser Falle nur befreien, indem man endlich wieder den direkten diplomatischen Dialog mit Moskau aufnimmt, so unangenehm das auch sein mag. Ob Putin allerdings überhaupt noch die Notwendigkeit sieht, mit uns zu reden, ist fraglich. Er dürfte längst alle wichtigen Absprachen mit Trump getroffen haben, möglicherweise hat man das politische „Sandwich“, mit dem man jetzt die EU in die Zange nimmt, gemeinsam ausgeheckt.
Die Dummheit europäischer Politik, vor allem auch deutscher Außenpolitik, wird jetzt gnadenlos bestraft. Und wenn man jetzt wieder die Phrasen von europäischer Einigkeit und Stärke hört, wo man in Wirklichkeit mit dem Rücken zur Wand steht, ist zu befürchten, dass weitere schwerwiegende Fehler gemacht werden.
Den ersten, die Ablehnung bzw. Verschiebung des Mercosur Abkommens, haben wir bereits hinter uns. Sollte das Handelsabkommen mit Indien ebenfalls nicht zum Erfolg führen, wäre ein weiterer Schritt in den europäischen Niedergang getan.




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